Schweizerische Bibelgesellschaft

Der Wegbereiter der schwarzen Kunst


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Johannes Gutenberg
Gutenbergs Erfindung
Die 42-zeilige Gutenberg-Bibel

Johannes Gensfleisch wird um 1400 in Mainz im Hof zu Gutenberg geboren. Er nennt sich wegen seines Geburtsortes später Johannes Gutenberg.

1428 - 1448 Exil in Strassburg

Gutenberg verlässt Mainz, wegen Streitigkeiten zwischen Zünften und den regierenden Aristokraten. Er lässt sich in Strassburg nieder und arbeitet als Goldschmiedemeister, seinem erlernten Beruf. Vor allem aber beschäftigt er sich mit der Erfindung des Mobilletterndruckes.

1448 - 1462 Rückkehr nach Mainz

Ab 1448 lebt Gutenberg wieder in Mainz. Der Advokat Johannes Fust leiht ihm mehr als 1600 Gulden und beteiligt sich als Teilhaber am Aufbau einer Druckerwerkstatt. Zwischen 1452 - 1455 werden 180 42-zeilige Bibeln in lateinischer Sprache gedruckt. 1455 verliert Gutenberg in einem Prozess den gesamten Bibeldruck sowie die Druckerwerkstatt an Johannes Fust.

1462 - 1468 Bürgerkrieg in Mainz

1462 kommt es zum Bürgerkrieg in Mainz. Gutenberg verlässt die Stadt zum zweiten Mal. Der neue Kurfürst von Mainz Graf Adolf von Nassau ernennt ihn 1465, in Anbetracht seiner Erfindung, zum Hofmann und sichert ihm damit eine kleine Altersrente zu. Am 3. Februar 1468 stirbt Johannes Gutenberg in Mainz.

Grundgedanke der Erfindung Gutenbergs war die Zerlegung des Textes in alle seine Einzelemente. Diese konnten dann als seitenverkehrte Lettern in beliebiger Anzahl gegossen und schliesslich zu Wörtern, Zeilen, Kolumnen und Seiten wieder zusammengefügt werden.

Schriftengiesser

Die Herstellung der Lettern

Der Schriftengiesser schneidet in die Stirnseite eines Stahlstifts das gewünschte Zeichen als seitenverkehrtes Relief. Diese Patrize oder Punze wird in einen rechteckigen Kupferblock geschlagen. So entsteht die Matrize. Das Handgiessinstrument dient zur Herstellung der Mobillettern. Zwei Teile umschliessen einen rechteckigen Giesskanal. Durch das Einsetzen der Matrize wird die untere Öffnung geschlossen. Eine Legierung aus Blei, Zinn, Antimon und Wismuth wird in den Giesskanal eingefüllt. Die so gegossenen Lettern werden in einen Setzkasten eingeordnet. Im Winkelhaken vereinigt der Schriftsetzer die Buchstaben zur Zeile. Zeile für Zeile wird auf einem umränderten Brett, dem sogenannten Schiff abgestellt, so dass sich Kolumnen ergeben, die dann zur Seite zusammengefügt werden.

Einfärber

Die Druckerpresse und die Druckerschwärze

Die seit Jahrhunderten bekannte Traubenpresse wurde von Gutenberg zur Druckerpresse umfunktioniert. Er verkeilte eine fertig gesetzte Seite als Druckplatte auf dem Drucktisch. Mit einem lederüberzogenen Druckerballen wurde die Druckerschwärze, hergestellt aus Russ und Firnis, auf die Druckerplatte aufgetragen. Mit dem Drucktiegel presste er dann das eingespannte feuchte Papier auf den eingefärbten Satz. Zum Trocknen wurden die bedruckten Bogen über eine Leine gelegt.

Papier und Pergament

Gedruckt wurde auf Hadern (Papier hergestellt aus alten Lumpen) oder auf Pergament (Kalbshäute). Die Herstellung war ein umständlicher Vorgang. Beide Materialien waren sehr teuer.

 

Als Krönung von Gutenbergs Druckkunst gilt die 42-zeilige Bibel. Zwischen 1452 bis 1455 druckte Gutenberg mit Hilfe von etwa 20 Mitarbeitern das zweibändige Werk mit insgesamt 1282 Seiten, in einer geschätzten Auflage von 180 Stück, davon 30 auf Pergament und 150 auf Hadern. Heute existieren noch 49 Exemplare.

42-zeilige Gutenberg Bibel

Das Gutenbergsche Schriftsystem

Für jede Seite benötigte Gutenberg rund 3700 Metaltypen, Majuskeln (Grossbuchstaben) und Minuskeln (Kleinbuchstaben). Mit Abkürzungen (Ligaturen) war es ihm möglich, alle Zeilen gleich lang zu machen. Als Schriftform wurde die Textur (lat. Textura = Gewebe) entwickelt. Buchmaler zeichneten später die Zählung der Kapitel, die Überschriften jeder Ruprik, jeden einzelnen Abschnitt und die Satzanfänge mit roter Farbe aus. Nach Wunsch des Auftraggebers verzierten sie die Seiten mit farbigen, kunstvollen Initialen, Zeichen und Ornamente.

Erste Drucke in der Schweiz

Bethold Ruppel, ein Gehilfe Gutenbergs, liess sich 1460 in Basel nieder. Es wird angenommen, dass bereits 1463 in Basel mit beweglichen Lettern gedruckt werden konnte. Zwischen 1470 und 1480 existieren in Basel 26 Druckereien. Berühmte Drucker waren Bernhard Richel, Adam Petri und Johannes Froben. Das älteste in der Schweiz gedruckte Buch wurde 1470 im Chorherrenstift von Beromünster unter der Leitung von Helye von Laufen an der Birs gedruckt.

Der Einfluss auf die Bibelverbreitung

Es war das Anliegen der Reformatoren, die Bibel in die Sprachen der Menschen zu übersetzen. Im September 1522 erschien in Wittenberg das durch Dr. Martin Luther übersetzte Neue Testament. Ein Nachdruck war bereits drei Monate später, gedruckt bei Adam Petri, in Basel erhältlich. Die erste vollständig aus den Ursprachen in die deutsche Sprache übersetzte Bibel erschien 1531 in Zürich, übersetzt durch Huldrich Zwingli und seine Helfer, gedruckt bei Froschauer in Zürich.

Das Ausstellungmodul für die Öffentlichkeitsarbeit

Wagen Sie den Schritt in die Öffentlichkeit. Gestalten Sie einen Stand an einer Gewerbemesse oder an einem Tag der offenen Tür: Garantiert ziehen sie zusammen mit der nachgebauten Gutenbergpresse die Aufmerksamkeit auf sich.

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